Frost & das Meer
Ich liebe alle Lieder von Cora, die das Meer besingen und wünsche mir eines davon: ganz besonders Die Insel! oder auch Am Schwarzen Meer und È doce morrer a mar. Sie erinnern mich an die Tagträume, die die Seele füllen und dass wir alle Seemänner sind! Dabei fällt mir Michel Serres ein:
“Wenn die Schiffe ablegen, stecken sie ihre ‘Fühler’ einer Welt entgegen, die gegenüber dem Alltag zu Lande fremdartig anmutet: Auf hoher See ähnelt nichts mehr dem, was man hinter sich gelassen hat. Das Viereck wird rund, das Reglose bewegt sich; man macht nie mehr die gleichen Gebärden, man spricht eine besondere Sprache, die niemand versteht, der nicht denselben Schritt getan hat. Abreisen, aufbrechen: alle Verbindungen, Bande kappen. Aus dieser Welt ausbrechen, um in eine andere vorzustoßen, in der nichts dem Hiesigen ähnlich sein wird – das heißt appareiller, auslaufen, in See stechen. Mit ihren landfremden, dem Meer angepassten Gerätschaften vermögen die Schiffe, indem sie ihre Haltetaue schießen lassen und das Netz alter Bindungen zerreißen, diesen einschneidenden Übergang zu vollziehen. Man wird, vielleicht für lange Zeit, anders leben, anderswo, wo der Ausguck nur den Wind und den Himmel als Gefährten hat; das, weswegen die Seeleute bei der Heimkehr immer jenes Fremdartige, Außergewöhnliche an sich haben.”
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- Published:
- September 30, 2008 / 5:44 pm
- Category:
- Wunschmusik
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